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Vanille – Sinnlichkeit von Mutter Erde

Mit dem Duft der Vanille begeben wir uns auf eine tropische Reise in die sonnendurchfluteten Inselstaaten des Indischen Ozeans. Vor allem Madagaskar und La Reunion gelten heute als die Heimat von Vanilla Planifolia, der Echten Vanille. Von dort aus erobert die „Königin der Gewürze“ mit süßem Erfolg die Welt: Wer kennt ihn nicht? Den sinnlichen Duft Echter Vanille – mit unglaublicher Präsenz hat sich die schöne Orchideenpflanze ihren Platz im Leben der Menschen ergattert. Doch was hat es mit dieser Liaison zwischen Mensch und Vanille auf sich? Worin liegt das verheißungsvolle Geheimnis dieser Freundschaft?

Sinnlich und Satt – das Versprechen nach Erdung

Schon beim Betrachten der starken, üppigen Blätter von Vanilla Planifolia wird eindrucksvoll deutlich, mit welcher Sattheit und Freude die Kletterpflanze aus der Erde quillt. Es ist die Sattheit von Mutter Erde, die ihre Kinder mit sinnlichem Genuß und erdiger Lebenskraft nähren möchte. Mit auffällig viel Elan und Tatkraft rankt sich die Pflanze ihren Weg ans Licht – fast könnte man meinen, es gelte die menschliche Gattung vollends zur Sinnlichkeit zu bekehren!

Mit tiefen, erdigen Noten beruhigt das ätherische Öl das Gemüt in einer Intensität, der man schier nicht entkommen kann. Es erinnert an ein schweres, süßes Parfum, dass sich wie ein Mantel über die Sinne legt und den Riechenden in eine andere Welt entführt. Auch aus biochemischer Perspektive macht diese Einschätzung Sinn: So kurbelt das Vanillearoma die Serotonin-Ausschüttung an, einen Neurotransmitter, der für glückliche Momente sorgt. Erwähnenswert ist auch, dass nach neueren Studien diese «Glückshormone» nicht nur im Gehirn aktiv sind, sondern darüber hinaus in unserem Verdauungstrakt auf das enterische Nervensystem, das «abdominale Hirn» , wirken. Dieser Effekt beeinflusst unsere Gedanken, Gefühle und Erinnerungen oft stärker als ähnliche Prozesse, die im Gehirn ablaufen.

Feurige Hitze – die Vanille-Essenz aus Sicht des Ayurveda

Doch die süße, vanillige Ruhe bleibt nicht ohne Ausrichtung und Kraft: So sorgt die markante, vanille-typische Schärfe im Hintergrund des Öls gleichzeitig für Antrieb und Unternehmungswillen. Nicht grundlos wird das Öl gerade in der Behandlung von Burn-Out Patienten mit großem Erfolg eingesetzt.

Mutter Erde scheint sich in deutlichen Worten an uns zu richten: Sattheit und süßer Frieden sind wunderbar. Ruhe und kindliche Leichtigkeit ebenfalls. Diffus-verträumte Weichheit schon weniger: Wie jede gute Mutter kommt der nötige Stupser aus dem Nest im passenden Moment. Der Duft von Vanille ist nicht nur süß und rund: Ist einmal das Zutrauen des Riechenden gewonnen, wird dem Verführten im gleichen Atemzug eine markante Strenge und Pikanz untergejubelt! Vanilla Planifolia ist eben nicht nur die liebliche Mutter, sondern zugleich die weise Wolfsfrau, die den Frieden offensiv strukturiert und mit perspektivischer Energie ausstattet. Sie gibt Richtungsanweisungen.

Genau diese Führungsqualitäten verleihen der Vanille aus ayurvedischer Perspektive auch die Kompetenz, das Feuer-Element in uns zu beruhigen. Nach dem Motto: Gleiches mit Gleichem, beruhigt die feurig-hitzige Qualität im Vanilleöl auch unsere feurig-hitzigen Gefühlswallungen und sorgt für Harmonie und Ausgleich. Darüberhinaus unterstützt das Vanilleöl bekanntermaßen eine gesunde Haut. Es ist durchblutungsfördernd und regt die Regeneration der Hautzellen an. Zudem wirkt es stark entzündungshemmend und therapiert entzündliche Mitesser. Doch das Vanilleöl wird nicht nur für seine antibakteriellen Eigenschaften wertgeschätzt, sondern ebenfalls für seine antimykotische Wirkung. So ist es eine bekannte Hilfe in der Therapie von Fuss-, Nagel-, oder Hautpilz. Aktuellen Studien zufolge stehen einige Inhaltsstoffe des Vanilleöles sogar im Verdacht, aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung, bestehenden Krebs begleitend therapieren zu können.

Das Spiel der Vanilla Planifolia

Von den feurigen Quälitäten der Vanilla Planifolia ist der assoziative Weg zur wahrscheinlich prominentesten ihrer Eigenschaften nicht mehr weit: Die Verführung. Ihre Sinnlichkeit. Genuss. Nicht ohne Grund schwärmen Gourmets von der Vanille – vor allem in Kombination mit Schokolade – als der süßesten Verführung seit Menschengedenken. Genauer gesagt seitdem die Europäer am 14. November 1519 in das alt-ehrwürdige Reich der Azteken vorstießen und mit Hernán Cortés der erste Westler das stimulierende Getränk Náhuatl probierte. Dabei handelte es sich um ein Getränk, das aus Wasser, gerösteten Kakaobohnen und Gewürzen wie Vanille, Pfeffer, Zimt und Chillies bestand. Generell wurde es vor allem scharf gehalten, kalt getrunken und nur selten mit Honig gesüßt. Das Getränk wird je nach Quelle entweder als Stimulanz der Krieger, als Aphrodisiakum oder als rituelles Getränk dokumentiert. Wie dem auch sei; kaum drei Jahre, nachdem die Europäer in seinen Genuss kamen, waren die Aztekenstädte qualmende Ruinen und die ehrwürdige Hochkultur der Azteken im Begriff ausgelöscht zu werden.

Es ist, als spiele Vanilla Planifolia ein Spiel mit uns. Das Spiel der Verführung. Diese Assoziation ist nicht ganz abwegig, wo doch die duftende Substanz Vanillin Pheromon ähnliche Eigenschaften besitzt. Pheromone fungieren als duftender Botenstoff zwischen Lebewesen. Sie transportieren vor allem eine Information: Die Bereitschaft für Reproduktion. Für männliche Käfer beispielsweise ist der Duft von Pheromonen in der Luft ein wichtiges Signal zur Fortpflanzungsbereitschaft williger Artgenossinnen.

Ganz in diesem Sinne kommt der aufmerksame Betrachter nicht umhin, die fast schon aggressiv anmutende Sinnlichkeit der schönen Kletterpflanze zu bemerken, die sich exakt einmal im Jahr, an einem einzigen, seltenen Vormittag die Blöße gibt, ihre prächtigen Orchideenblüten erstrahlen zu lassen. Es sind genau diese Blüten, die orstansäßige Bauern in minutiöser Kleinstarbeit mit Zahnstochern bestäuben müssen. Denn seitdem die Franzosen Vanilla Planifolia aus ihrer eigentlichen Heimat in Lateinamerika auf die Inseln Madagaskar und La Reunion (ehemals Ile Bourbon) umsiedelten, ist diese Handarbeit notwendig. Denn wie nicht anders zu erwarten, kommt für die «Königin der Gewürze» nur der elegant-schwungvolle Kolibri als Bestäuber in Frage. Da der Kolibri den Franzosen jedoch nicht auf die Inseln im Pazifischen Ozean folgte, musste die Bestäubung der Vanille fortan in Handarbeit erfolgen. Und es geht um viel: Jede nicht bestäubte Blüte bedeutet eine Gewürzschote weniger.

Diese aufwendige Arbeit erklärt die zum Teil hohen Preise für die Echte Vanille. Hinzu kommt der vielschichtige Fermentationsprozess der frischen Schoten: Geerntet werden sie, wenn sie gelb-grün sind. Dann haben sie noch nicht das typische Vanillearoma, sondern müssen zuerst der sogenannten «Schwarzbräunung» unterzogen werden. Zunächst werden die Kapselfrüchte dazu mit heißem Wasser oder mit heißem Wasserdampf behandelt. Daraufhin folgt die Fermentation in luftdichten Behältern, in denen die Kaspeln nachts schwitzen. Tagsüber werden sie dann auf Matten in der Sonne zum Trocknen ausgebreitet. In der Wiederholung dieses Verfahrens stellt sich die typisch schwarze Farbe der Schoten ein und der Geschmack entwickelt sich zur vollen Reife. Bei Vanille von besonders hoher Qualität kann man übrigens kristallines Vanillin in Form von weißen, dünnen Nadeln auf der Oberfläche der Schoten beobachten. Es handelt sich dabei um feine, auskristallisierte Glukosenadeln. Inzwischen sind auch die Schoten zu den bekannten, braun-glänzenden Vanillestangen getrocknet.
Das Vanilleöl wiederum wird mittels Alkoholextraktion aus den schwarzen Schoten gewonnen. Dabei braucht es ungefähr 3 kg Schoten, um auf einen Liter der aromatischen Essenz zu kommen.

Das Spiel zwischen Vanilla Planifolia und Mensch ist in vollem Gange! Welche Mühen sind wir bereit auf uns zu nehmen, um der paradiesischen Verführung der Echten Vanille habhaft zu werden! Und wie beruhigend ist es zu bemerken, dass nicht nur wir zuweilen ausbeuterisch nach dem Aroma dieser Pflanze greifen, sondern ebenfalls begehrt werden: von Ihr. Als die lustvollen Genießer ihrer Eleganz und schwarzen Sattheit. Es genügt ein Blick auf die sinnlich bis fast schon aggressive Präsenz, mit der die Lianenpflanze nach der Gunst ihres Genießers greift und es wird offensichtlich: Genuss beruht auf Gegenseitigkeit. Mit dem Konsum einer Pflanze entspinnt sich automatisch eine Beziehung. Vanilla Planifolia schenkt Erdung, Ruhe und süßes Vergnügen und nötigt uns gleichzeitig zur absoluten Wertschätzung und Anerkennung ihrer Qualitäten. Belehrt und betört werde der Unwissende! Diesem Credo gilt es sich zu entsinnen in Momenten all zu großer Verführung durch den Duft der Vanille.

Hier gehts zu unserem Vanille Öl.

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