Ravintsara – Der Medizinbaum

Unter all den Aroma-Schätzen, welche uns die Natur bereitstellt, gibt es eine Perle, ausgestattet mit unzähligen Vorzügen: Ravintsara (Cinnamonum camphora). Bekannt als das „Schöne Blatt“ in der traditionellen Medizin auf Malagasy (Amtssprache von ‎Madagaskar) und verehrt als „Das Öl, das heilt“, dient uns die Pflanze heute dazu, einen breiten Bedarf innerhalb der Behandlung unterschiedlichster psycho-physiologischer Probleme abzudecken.

Cinnamonum camphora gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) und bezeichnet ganz allgemein den Namen für den Kampferbaum. Die meisten der verschiedenen Chemo-Typen (Borneone, Linalool, Safrole, etc.) dieses Baumes findet man in den Ländern Ostasiens. Ravintsara ist der 1,8-cineol- (eucalyptol-) Typus des Kampferbaumes, dessen Vorkommen spezifisch für Madakaskar ist. Er wächst bis zu einer Höhe von 20 bis 30 Metern in den feucht-tropischen Wäldern und wilden Hochländern eines nahezu unberührten Paradieses.

 

Mannigfache heilende Eigenschaften

Ravintsara-Öl, das man aus dem kräftigen Blattwerk mittels Dampf-Destillation gewinnt, rangiert unter den populärsten Ölen innerhalb der Aromatherapie, Öle, die man als „Panacea“ (umfassend heilend) beschreiben kann. Nicht verwechseln sollte man es mit dem Ravensara-Öl, das man aus der Spezies „Ravensara aromatica“ gewinnt, mit seiner gänzlich anderen biochemischen Beschaffenheit.

Der balsamische Duft, der den Blättern entströmt, erinnert uns an das frische Aroma des Eukalyptus oder sogar an das des nordafrikanische Rosmarin vom 1,8-cineol- Typus. Und doch ist das Aroma von Ravintsara nicht übermäßig aufdringlich, sondern hinterlässt einen leicht süßen und warmen Eindruck. Die stark anregenden Qualitäten des Ravintsara-Öls entspannen unmittelbar schmerzende Muskeln und Sehnen. Andererseits ist das Öl äußerst geschätzt aufgrund seiner anti-viralen, anti-bakteriellen, anti-mykotischen und anti-septischen Eigenschaften.

Darüber hinaus vermag es bei Leber-Problemen zu helfen, wie z.B. bei der Virus-Hepatitis und virusbedingten Magen-Darm-Entzündungen. Selbst innerhalb der Behandlung von Mononucleosis, Cholera und anderen Herausforderungen des Immun- oder lymphatischen Systems behauptet es eine eigene Stellung. Es ist ein Öl erster Wahl im Kampf gegen Erkältungen, genitalen Herpes oder chronische Allergien. Empfohlen wird es als Mittel gegen Schuppen, Warzen, Ringelflechte und Fußpilz.

 

Atme aus – Atme ein

Das Öl mit seinen machtvollen biochemischen Komponenten zählt zu den wirkungsvollsten Heilmitteln innerhalb der Aromatherapie: Auf sanfte Weise unterstützt es die Behandlung von Atemproblemen, wie z.B. Lungenentzündung, Keuchhusten, Grippe, Sinusitis, Mandelentzündung sowie Entzündungen von Ohren und Nasen-Rachenraum. Mischt man Ravintsara z.B. mit Shea-Butter oder mit einigen Tropfen eines Träger-Öls (nach Wahl), so zeigt es bemerkenswerte Wirkungen bei Bronchialstau, indem man es auf die Brust reibt.

Diese Verbindung nützt auch in Form warmer Umschläge bei Halsschmerzen. Man sagt dem Öl nach, dass es von der Haut hervorragend aufgenommen wird und überhaupt nicht aggressiv ist. In Anwendung bei kleinen Kindern sollte man allerdings Ravintsara mit einem Träger-Öl verdünnen. Vom Blickpunkt des Ayurveda aus kann man Ravintsara als trocken und leicht seiner Natur nach einstufen.

Hilfreich ist es deswegen bei der Behandlung von Stauungen des Kapha-Typs, wie sie vornehmlich im Frühling auftreten. Indem es Ojas bildet, jene subtile Energie, die unseren Körper mit innerem Feuer und Vitalität durchpulst, trägt es umfassend zu unserer Gesundheit und unserem Wohlergehen bei.

 

Ein Medizinbaum, der energetisch wieder auflädt

Ravintsara verfügt über die bemerkenswerte Fähigkeit, das menschliche Nervensystem gleichzeitig zu stärken und zu entspannen. Besonders nützlich ist es in Fällen von:
• Nervenschwäche und Lethargie.
• Milder Depression, Angst und nervöser Erschöpfung.
• Ruhelosigkeit, Schlafstörung und Burn-Out.

Solche Probleme werden üblicherweise von einem erschöpften Nervensystem verursacht. Für Babys und Kinder sollte man Ravintsara im Falle von Stress und Schlafproblemen mit einem Trägeröl verdünnen und es dann unter den Solarplexus oder in die Fußsohlen einmassieren. Ravintsara-Öl kann helfen, schmerzliche Emotionen auf der Herzebene zu klären und traumatische Erfahrungen loszulassen, die den freien Fluss unserer Atemenergie blockieren mögen.

Es unterstützt uns bei der Ablösung von Spannungen und vermittelt positive Gefühle von Hoffnung und Freude. Ravintsara strahlt eine äußerst wohltuende, kühlende und anhebende Frische aus, die uns bei der Auflösung mentaler Fixierungen außerordentlich dienlich sein kann, indem es unser geistiges Wesen anhebt. Indem Ravintsara gestaute Energien wieder in Fluss bringt, regt es den Geist an, mit lähmenden Emotionen auf eine positive Weise umzugehen.

Ja, Ravintsara ist wahrhaftig „Das Öl, das heilt“, der „Medizinbaum“, als der er schon immer in Madagaskar verstanden wurde. Wird uns nicht gerade an diesem Punkt ein Einblick zuteil in die ganzheitliche Vollkommenheit der Natur? So viel wohltätige Energie! Derartig reiche, einander ergänzende Heileigenschaften gerade mal in einer einzigen kleinen Flasche! Was für eine wunderbare Zeit, das zu erleben! Man kann nicht anders, als dankbar zu sein gegenüber der Natur angesichts einer derart erstaunlichen Gabe, die uns im Trubel unserer modernen, hektischen Welt an die Hand gegeben ist!

Von Dr. Malte Hozzel

 

Einige Rezepte auf der Basis von Ravintsara-Öl

Erkältung: Prophylaxe und Heilmittel

• 3 Tropfen Ravintsara
• 3 Tropfen Kardamom
• 3 Tropfen von schwarzem oder rotem Pfeffer
• 9 ml Jojoba– oder Argan-Öl

Auf Brust einreiben oder für ein Bad benutzen

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Nervöse Schwäche

• 5 Tropfen Ravintsara
• 2 Tropfen Vetiver
• 9 ml Jojoba-Öl oder ein Trägeröl nach Wahl

Ein paar Tropfen auf Handgelenke, Solarplexus und Nacken reiben, mehrmals am Tag und vor dem Schlafengehen.

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Angst – Lösung

2 Tropfen Ravintsara
2 Tropfen Rose
6 Tropfen Tangerine
9 ml Kokos-Öl oder ein beliebiges Trägeröl

Ein paar Tropfen auf Handgelenke, Solarplexus und Nacken reiben, mehrmals am Tag und vor dem Schlafengehen.

 

4 Comments

  1. Elisabeth Winkler 12. Mai 2017
  2. Annett Nitschke , Heilpraktikerin 14. Mai 2017
  3. Susanne Krüger 20. Juni 2017
    • Stephanie Droll Lima 21. Juni 2017

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