Die Krise der Evolution – Gesundheit, Geist und ätherische Öle

Von Dr. Malte Hozzel

Die Ursache einer Krankheit liegt am Wirt, nicht am Krankheitserreger

Wenn jemand von einer Krankheit spricht, z.B. „eine Erkältung bekommen zu haben“ oder von Viren oder Bakterien angesteckt worden zu sein, mögen wir uns oft fragen: Wer und wo ist die wirkliche Ursache davon? Stimmt es, dass wir unschuldige Opfer einer Krankheit sind und dass Krankheit nur ein schlimmer Fluch, eine Art unverdienten Schicksalsschlages ist?

Nun, wenn wir tiefer reflektieren, sind sich die meisten darüber einig, dass Krankheit nicht einfach als etwas verstanden werden kann, das nur durch äußere Wirkstoffe erzeugt wird. Sie ist vor allem ein Prozess, der mit unserer Innenwelt verbunden ist. Was sagten die Alten? Ein gesunder Geist – ein gesunder Körper. Wie sollte es sonst erklärbar sein, dass einige Menschen gegenüber denselben Krankheitserregern immun sind und andere nicht?

Wir können auch sagen: Ein gesunder Organismus befindet sich im Gleichgewicht mit all seinen inneren und äußeren Aspekten – er ist in eine Welt eingestimmt, die aus einer fluktuierenden, doch stabilen „Innen-Außen“-Verbundenheit besteht. Ein erkrankter Organismus hat diese Verbindung oft verloren, was eine Disharmonie zwischen Geist, Verstand, Körper und seiner Umgebung bewirkt.

Noch radikaler können wir auch sagen: Die Hauptursache jeglichen Befalls durch Krankheiten liegt bei dem, der angegriffen wird, nicht im Erreger selbst. Wenn wir es in Begriffen von Viren, Bakterien usw. ausdrücken liegt die Ursache beim Wirt, nicht im Erreger. Louis Pasteur drückte dies auf seinem Totenbett so aus: „Bernard hatte recht. Der Erreger ist nichts. Das Umfeld ist alles.“

Die Herausforderung der Veränderung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass wir als Menschen weitaus mehr als jede andere Gattung auf Erden ständig durch das Element der Veränderung herausgefordert werden.
Eine Krankheit kann als eine Krise der Evolution verstanden werden, bei der neue Entscheidungen für den Fortschritt getroffen werden müssen. Sie ist ein Warnsignal und eine Chance zur gleichen Zeit. Die richtige Antwort auf dieses Signal entscheidet über unser Heilungspotential.

Rudolf Steiner drückt es so aus: „Es liegt im Wesen des Menschen, von einem Zustand des Gleichgewichts zum nächsten zu schreiten. Die Unterbrechung dieses Gleichgewichts geht stets auf Kosten bestimmter Elemente zugunsten anderer Elemente. Einige gehen zurück, andere nehmen zu und entwickeln sich unermesslich. Gerät das Individuum aus dem Gleichgewicht, verliert es seine Verbindung mit den universellen Kräften.“

Es ist immer dasselbe: Entweder setzt sich die äußere Welt zu stark oder zu wenig durch. Dann verstärken die äußeren „Schäden“ den Verlust des inneren Gleichgewichts. Eine bakterielle Infektion ist beispielsweise nur ein zweitrangiger „Unglücksfall“, ein symptomatischer Ausdruck der zugrundeliegenden Krankheit.

Wenn wir freilich das plötzliche Auftauchen einer Krankheit als „Krise“ (von dem griechischen Wort für ‚Entscheidung‘- engl. decision – kommend) verstehen, dann kann Krankheit ein Wendepunkt zu einem gesünderen Leben sein.
So verstanden ist Krankheit in gewisser Weise in uns vorprogrammiert aufgrund der Tatsache, dass wir Veränderung nicht vermeiden können: In einer modernen Gesellschaft hektischer Veränderung muss das Problem schneller Anpassungsfähigkeit und Flexibilität des Menschen an ein Programm ständiger Veränderung zwangsläufig eine große Vielfalt durch Veränderung bedingter Gesundheitsprobleme erzeugen.

Doch sollten wir nicht vergessen:
Das „unstabile Gleichgewicht“ und die „Symmetriebrechung“ (Ilya Prigogine) unserer psychophysischen Zustände sind eine Erfordernis der Evolution.

Zuwendung zum Geist

Wir sollten uns also auf eine andere Verständnisebene konzentrieren, nämlich die „zugrundeliegende Krankheit“ in uns, um den ganzen Zusammenhang zu erfassen. Und dieser Zusammenhang ist zu allererst im Bewusstsein zu finden, nirgendwo sonst. Lassen Sie uns nicht vergessen: Wir sollten sorgfältig unsere Gefühle und Gedanken sowie unsere Umgebung wählen, wenn wir vermeiden wollen, dass sie toxisch werden.

„Behalte, was dir Frieden schenkt, lass los, was dir Leid bringt.
Wisse, dass Glück (und Gesundheit) nur einen Gedanken entfernt sind.“

Nathan Panwar

„Der Geist ist alles. Was wir denken, dazu werden wir.“
Buddha

Ja, es stimmt, unser Denken ist ein wesentlicher Faktor für unser Wohlergehen. Wir können unsere innere und äußere Welt mit einem bloßen Gedanken verändern. Aber wie können wir lernen, „bedacht“ zu sein? Denken ist der größte Feind und der komplexeste, wunderbarste Wohltäter in unserem Leben. Unsere Gedanken bestimmen, wohin wir mit allem gehen oder nicht gehen wollen. Sie sind an der Spitze jener Fontäne, die ständig aus unserem innersten Wesen emporsteigt. Ob wir ihnen erlauben, aus unserer so genannten „menschlichen Lage“ Chaos und Leid – oder ihre erstaunliche Schönheit und Harmonie – zu erzeugen, das liegt ganz an uns.

Wir müssen also lernen zu denken – das bedeutet: besonnen zu denken. Denn niemand hat uns das bisher gelehrt. Kein Lehrer, keine Eltern, kein Freund. Der Lehrer dessen kann nur unser inneres Selbst sein – es gibt keinen äußeren Lehrer, der uns sagen könnte, wie wir richtig denken können – keine Religion, kein Buch, kein Coach, kein Priester. Wir wurden im Grunde geboren, um zu lernen, wie man denkt.

Das Leben kann uns lehren, wie wir denken sollten. Wenn wir feinfühlig genug sind, können wir innerlich fühlen, dass unsere Gedanken vielleicht oft in die falsche Richtung gehen. Wir können sogar fühlen, dass negative Gedanken, wenn wir sie zu lange hegen, unsere Energie herunterziehen. Es ist sogar möglich, Gedankenfrequenzen zu spüren und häufig können wir spüren, dass wir zwanghaft von unseren Gedanken eingesperrt sind.

Dieses Konzept zu verstehen, ist ein Quantensprung in der kollektiven menschlichen Entwicklung: Wir beginnen, körperlich zu spüren, ob unsere Gedanken und Emotionen stimmig sind – im Einklang mit uns und der Welt um uns herum.
Darüber hinaus können wir Gedanken auch als innere „Worte“ (Sanskritwurzel „vrit“ = „Wirbel“) benutzen und ihnen erlauben, uns wie ein „Strudel“ tief nach innen in unser Bewusstsein zu ziehen und die größten Ebenen von Befreiung zu erfahren, welche Menschen erfahren können. Das ist das, was wahre Meditation bedeutet, und wahre Meditation lehrt uns vor allem eine wichtige Sache: Glaube nicht alles, was du denkst. Du bist nicht deine Gedanken – ebenso wie du nicht dein Körper bist.

Gedanken zu Freunden machen

Unsere Gedanken können die größten Lügner sein, die hinterlistigsten, irreführenden „Freunde“, die erstaunlichsten Heuchler.
Sie erzeugen buchstäblich täglich Krankheit. Die „Farbe“ und das „Gewicht“ menschlicher Gedanken entscheidet ständig über das Schicksal der Welt. Die Gefahr der Gedanken besteht darin, dass sie uns so nah sind. Sie drängen sich ständig auf – und zwar innerhalb von Mikrosekunden. Wie viele Gedanken denken Menschen täglich? Im Durchschnitt 40.000 – 50.000.

Der Einfluss ihrer „Wellenfunktion“ ist ungeheuer. Die meisten von ihnen sind nur Müll, da wir noch nicht die Fähigkeit entwickelt haben, sie zu lenken. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, nicht allen von ihnen zu glauben.

Die Meditation stärkt jenes Element, das wir den „stillen Zeugen“ in uns nennen können (Sanskrit „Sakshi“). Er ist derjenige, der sowohl an unserem Denken und Fühlen teilnimmt und uns mühelos anleitet, geistiges und emotionales Fehlverhalten zu korrigieren.
Lasst uns nicht vergessen: Hinter dem schwätzenden Lärm der Gedanken verbirgt sich unsere Freiheit – die Freiheit, positives Denken mit einem positiven Fühlen abzustimmen – und die Kunst, feine, kraftvollere Ebenen des Denkens zu erfahren – Gedanken, die immer näher an unserem Wesen sind, wenn wir in Frieden mit uns selbst sind! In gewisser Weise sind wir also verantwortlich für unsere Gedanken!

Mit jedem Gedanken beeinflussen wir nicht nur unsere innere Welt, sondern auch unsere Umgebung, unseren Partner, unsere Familie, Freunde, alles und jeden weit und breit. Das subtile Quantenfeld verbreitet Frieden oder Krieg, Gesundheit oder Krankheit überall. Mit unseren Gedanken wählen wir unser Schicksal.

Da wir als Menschen über ein kortikales und ein neokortikales Gehirn verfügen, erinnert uns die Weisheit der Vorfahren an unsere eigenen Möglichkeiten, jenseits der oberflächlichen Denkebene durch Meditation in unsere natürliche innere Stille zu tauchen und – beim Herauskommen – unsere Gedanken und Gefühle mit mehr Gewahrsein zu erfahren. Das nannte Buddha „Achtsamkeit“ („Sati“) – sich des mentalen „Zirkus“ bewusst zu sein, der „Schnappschüsse und Fallstricke“ der Gedanken – von der Ebene der Lücke aus, die zwischen Denken und Sein liegt.

Unser Denken mit ätherischen Ölen neu programmieren

Was hat dies nun mit ätherischen Ölen zu tun? Nun, das Unglaubliche ist, dass uns Düfte auch tiefer zu unserem inneren Sein führen können. Düfte haben einen direkten Zugang zu unserem limbischen System. Dort vollzieht sich jede Menge vorgedanklicher Aktivität.
Bevor ein Gedanke auf der Ebene des Neokortex im menschlichen Gehirn geformt wird, wird er in gewisser Weise von dem älteren Gehirnsystem „vorgeformt“, das wir mit Affen und anderen Tieren teilen.

Und da das Denken – wie wir sehr wohl wissen – so ein wichtiges Element im Spiel des Menschseins darstellt, sollten wir mit allen natürlichen Mitteln auf jenen Teil in uns zugreifen, der die ganze Zeit unser Denken und Fühlen beeinflusst.
Geruchserfahrungen oder „Riechtherapie“ mit ätherischen Ölen haben gezeigt, dass wir unser Denken und Fühlen natürlich und spontan neu programmieren können. Riechen ist sowohl der erste und älteste unserer 5 Sinne als auch die älteste „Sprache“ im Bereich des Lebens. Darüber verfügen Düfte. Sie können uns sehr tief führen.

Wir sollten nicht vergessen: Auf unserer oberflächlichen Ebene sind wir ziemlich konditionierte Menschen. Auf einer tieferen Ebene sind wir ziemlich „wir selbst“ – jeder ein einzigartiger und freier Ausdruck des Lebens in all seinen unendlichen Farben und seiner Schönheit.

„Ätherische Öle sind Frequenzgeneratoren.
Als photonische Kraftblöcke energetisieren sie das Gehirn
und den ganzen Körper mit zahlreichen Molekülen voller Elektronen.
Die Forschung hat gezeigt, dass jedes ätherische Öl
eine bestimmte bioelektrische Frequenz enthält,
die bei der Einatmung zu den sekundären Neutronen
im Riechkolben wandert, welcher Impulse zum
limbischen System und dem Zentrum des Geruchsinns
an der Gehirnbasis sendet. Dann passieren sie zwischen
Hypophyse und Zirbeldrüse bis zum Mandelkern,
wo sich das Zentrum der Erinnerung
an Angst und Trauma befindet.“

Center for Alternative Medicine

Ätherische Öle können das Gehirn spontan neu programmieren. Die Kampf- und Fluchtreaktion des Mandelkerns im limbischen System wird gepuffert. Schmerz und Angst werden neu interpretiert. In einer bedrängenden Situation tauchen Momente der Leichtigkeit auf. Wir können wirklich sagen, dass Aromatherapie ein wunderbarer Weg ist, uns bei unserem ständigen Bedürfnis zu helfen, uns selbst, unseren Geist neu zu programmieren.

Wir können auch sagen, dass ätherische Öle uns helfen, unsere innerste Freiheit für ein ständig wechselndes, sehr persönliches, sehr freudiges, sehr evolutionäres „Programm“ zu finden, welches wir jeden Tag selbst bestimmen und welches – gleichzeitig – durch die Gnade der Intelligenz des Universums in jeden Menschen eingeschrieben ist.

Auszug aus Navigating the Tides of Change: „Die frühen Erinnerungen kommen umhüllt von Hitze. Die Schönheit von etwas Ungesehenem erfüllt meinen Körper und erfreut mich, lebendig zu sein. So geschah es, dass meine erste Rose durch den Duft zu mir gelangte, am Anfang der heißen Jahreszeit, wenn die Rosenbüsche voll erblühen. Ihre Form sah ich damals noch nicht, denn etwas anderes war geweckt worden – eine Sehnsucht, die mein Herz erfüllen sollte. Weißt du, dass die Pflanzenessenzen wie die sanften Berührungen eines Engelflügels sind? Es liegt an dir, ob du dich umwendest oder nicht, um ihre Schönheit zu sehen. Ich verweile bei vielen Düften – Nelke, Myrrhe, Weihrauch, Orangenblüte, Rose – und so vielen anderen. Sie sind meine Freunde und sie werden auch dir helfen, wenn du ihnen dein Herz öffnest. Manchmal lasse ich meine Hände über viele Düfte gleiten, die nun in meiner Nähe sind, ich fühle, wie die Rose wieder im Raum meiner Erinnerung erblüht. Ich bete, dass ich es nie vergessen möge, bis mich die Sehnsucht meines Herzens schließlich von Angesicht zu Angesicht mit dem Höchsten gebracht hat. Denn sieh, die verborgene Hand der Heilung, welche die Schmerzen dieser Welt lindert, kommt aus einer jenseitigen Welt. Sie kommt als Duft auf den Winden der Seele.“ David La Chapelle, Navigating the Tides of Change

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  1. Sabine Nöltner 16. Dezember 2018

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