fbpx

Das kosmische Leben der Pflanzen

Von Dr.Malte Hozzel

Ein Interview mit Dr.Malte Hozzel und Jasmina Stojanovic, Geschäftsführerin des Serbian Health and Wellness Magazins „SENSA“

„Wenn man die Pflanze betrachtet, dann kommt der Prozess des Erblühens als Letztes. Und wenn man die Pflanze anschaut, dann bedeutet diese Entfaltung der Farben, der Düfte, der dreidimensionalen Formen, des wirbelnden Ausdrucks  ̵ , dass eine Pflanze versteht, dass sie mehr als nur einige Blätter, Stängel und Wurzel sein kann. Für mich ist eine Blume eine astrale Ausdrucksform“. (Dr.Malte Hozzel)

„Floral bedeutet für mich astral“, sagt Dr.Malte Hozzel, ein weltbekannter Aromatherapeut, Spezialist für ätherische Öle und Referent am Ende des Tages in seinem Orto de Prouvènço Aromatherapie-Seminar-Zentrum in Frankreich. Der Raum war erfüllt von Lavendel- und Zitrusduft und die Stille hinter den Mauern des Hauses war angenehm und wohltuend. „Die astrale Welt ist eine Welt von Duft, Licht und Farben“, fährt Dr.Hozzel fort, dieser inspirierende Experte mit seinen tiefen Kenntnissen der Heilpflanzen und ätherischen Öle.

“Und von vielen Metamorphosen, vielen Verwandlungen. Die astrale Welt ist eine Welt ständiger Veränderung in Freude. Sie existiert unumstritten. Und nach den Aussagen der alten Rishis und Yogis ist sie nie gleich. Das bedeutet, dass das universelle Gesetz der Natur besagt, dass nichts dasselbe sein kann. Und in der Freude der Veränderung von einer Ebene zur anderen, von den materiellen Feldern zu den energetischen Feldern, von der materiellen Welt zur astralen Welt, in dieser Transformation liegt das Spiel der Schöpfung.“

Jedes Lebewesen möchte zu seiner Essenz finden. In dem Sinn versucht die Aromatherapie zu verstehen, was die Quintessenz der Pflanze ist, und jene essenzielle Energie der Pflanze dazu zu nutzen, unsere eigene essenzielle Energie zu entdecken. Das ist die schönste Lehre über Aromatherapie und Pflanzen, die ich je gehört habe, indem ich etwas über das magische kosmische Leben der Pflanzen erfahre.

Die Pflanzen nicht nur als etwas Ko-Existierendes auf unserem Planeten zu sehen, sondern als Lebewesen, die ihre Bestimmung erfahren wollen und sich über das hinaus entwickeln möchten, was sie gerade sind, und zwar nicht nur innerhalb der Materie, sondern auch im spirituellen Sinn.

„Das Leben ist in Bewegung. Das Leben stagniert nie, es ist nie dasselbe“, sagt Dr.Hozzel.

„Es ist nie gleich. Es ist ein evolutionärer Prozess, in dem jedes Lebewesen die Tendenz hat, sich weiter zu entwickeln, in dem Wunsch, mehr zu sein, als es jetzt ist. Das bedeutet Evolution. Und diese ist nicht etwas, das dem Gebot eines unsichtbaren Geistes, von universellen Mächten oder Naturgesetzen folgt. Sie entspringt einem inneren Wunsch, der jenseits der Materie waltet und sich dann maßgeblich in der materiellen Welt auswirkt und teilweise auch in der nicht-materiellen Welt – nämlich sich zu entwickeln.

Und sich zum Höchsten zu entwickeln bedeutet was? Es bedeutet, den Kreis zu schließen. Denn wir oder jedes Lebewesen entstehen durch die Verdichtung von Energiefeldern. Und diese Konzentration oder Verdichtung dieser Energien führt zu Materie. Und all das möchte zurück zu dem unsichtbaren, geheimnisvollen Feld“, erklärt Dr.Hozzel.

„Es ist ein Kreislauf. Wenn wir vom Uroboros der griechischen Mythologie sprechen, sehen wir die Schlange, die sich in den Schwanz beißt.

Es bedeutet: Ich werde – indem sich der Kreis schließt – etwas anderes und ich schließe einen anderen Kreis und werde dann wieder etwas anderes.

Und das ist auch das, was eine Pflanze tut. Wir können nicht sagen, ob der Nadelbaum zu Beginn der Zeit oder des Planeten da war. Doch es gab Tang und Algen im Wasser und ihre Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln. Und als der Tang an die Strände kam, geschah etwas und er veränderte seine Struktur und wurde dann vielleicht langsam zu Moos, und Moos wächst nur sehr langsam, es ist noch nicht jener tief verankerte Wunsch da, ins Vertikale zu gehen.

Aber dann kommt ein Moment, an dem eine Pflanze in ihrer eigenen Struktur, in ihrer eigenen kosmischen Dynamik den Wunsch aufbaut, sich weiter zu entwickeln, indem sie sich die Prozesse der Schwerkraft und der Anti-Schwerkraft auf dem Planeten zunutze macht, um sich immer mehr nach oben zu bewegen, und so kommt es dann, dass wir nach einer gewissen Zeit Büsche und Bäume antreffen können und all diese Blumen, die entstehen.

Die Pflanze will weiterkommen. Doch die Pflanze will nicht nur weiter im Hinblick auf farbliche oder duftbezogene oder gestaltliche Veränderung kommen. Sie möchte sich auch im Blüteprozess weiter entwickeln, denn die Blüten sind sozusagen die letzten Rückmeldungen der Natur, die biologischen Reaktionen der Pflanzen, noch mehr anzustreben. So wie wir auch. Auch wir streben nach mehr. Wir wollen auf die Ebene unserer Seelen finden, zu uns selbst.“

Die Quintessenz der Pflanze

Das Spezialgebiet von Dr.Malte Hozzel liegt in der Beziehung zwischen Pflanzen, ätherischen Ölen und der Menschheit, und er hat eine einzigartige Anschauung, was die Wirkungen dieser Helfer auf die menschliche Gesundheit und das Bewusstsein angeht.

Er wurde 1944 in Deutschland geboren und erwarb 1979 seinen Doktortitel in Weltliteratur und Linguistik an der Universität Heidelberg. Seit 1972 gibt er Kurse über Yoga und Transzendentale Meditation und hielt auf zahlreichen Kongressen weltweit Vorträge über Aromatherapie, Yoga und Meditationsprogramme.

Im Laufe der Jahre gründeten er und seine Frau eine Reihe von Meditationszentren und Retreat-Akademien in Deutschland, Frankreich und Belgien und veröffentlichten mehrere Artikel und Bücher über die kollektive Veränderung der modernen Gesellschaft. Jahrelange Forschung im Bereich der Aromatherapie kulminierte in einer Auswahl von mehreren hundert ätherischen Ölen und vielen anderen pflanzlichen Produkten und der Etablierung der internationalen Marke Oshadhi im Jahr 1990.

„Im ätherischen Öl verbinden wir das Erdelement und das Raum/Luftelement und haben in dem Sinn eine polare Naturheilkunde. Die lineare Medizin können wir nicht zur wahren Heilung einsetzen. Wirkliche Medizin muss folglich die Polaritäten des Lebens verknüpfen, denn wir sind polare Wesen.

Das deutsche Wort „ätherisches Öl“ bringt zum Ausdruck, dass Pflanzen in ihrem ureigensten Ausdruck dazu bestimmt sind, mit der ätherischen Welt verbunden zu werden, mit jener feinen energetischen Ebene. Und diese beiden zusammen – die erdenden und die sich erhebenden Energien – finden wir sehr in den ätherischen Ölen.

Doch wenn man von ätherischen Ölen spricht, sollte man dies auch mit der Auffassung der „Quint-essenz“ der Alchemisten in Verbindung setzen. Das bedeutet: „Ich möchte von der Pflanze das erhalten, was – gewissermaßen – der verborgene Geist in der Materie ist.“ Deshalb sagen manche Leute, ätherische Öle seien die Seele der Pflanze. Das kann man sagen, obwohl viele Pflanzen keine ätherischen Öle besitzen und natürlich dennoch eine „Seele“ besitzen, da sie in ihrem Sein auf ihre eigene Weise Quintessenz besitzen. Und wenn man von ätherischem Öl spricht, betrachtet man die Verbindung mit dem Äther, dem Raumelement, welches das vorherrschende Element hinter der Sache ist.“

Gegenwärtig konzentriert sich Dr.Hozzel vor allem darauf, das Verständnis der Ganzheitlichen Aromatherapie weltweit zu präsentieren und dazu beizutragen, das Wissen über Yoga und Meditation im Westen zu verbreiten, indem er Kurse und Vorträge gibt und sich auch an einer Reihe humanitärer Projekte beteiligt, welche das Ziel haben, die Ebene des individuellen und kollektiven Bewusstseins in der Welt anzuheben.

Malte glaubt, dass reine und naturbelassene ätherische Öle unsere Verbündeten auf dem Weg zu optimalem körperlichen Wohlergehen und Glück sind. „Wenn ich ätherische Öle benutze, verneige ich mich vor der Intelligenz, die ich dahinter fühle und rieche. Das ist keine Geste ritualistischer Strenge, sondern eher ein Ausdruck meines Herzens, das sich mit der Pflanze verbunden fühlt.“

Yoga-Session bei sommerlichem Sonnenaufgang am wunderschönen weißen Sandstrand auf der tropischen Koh Chang Insel in Thailand – Namaste Lotusstellung – Padma Asana

Der Yoga der Kräuter

Während seinen Vorträgen zitiert Dr.Hozzel den berühmten indischen Autor und ayurvedischen Arzt Vasant Lad, Professor und Direktor des Ayurveda Instituts Santa Fe, New Mexico – und sein berühmtes Buch „Die Ayurveda-Pflanzenheilkunde: Der Yoga der Heilkräuter“.

„Ich möchte einige seiner Aussagen zitieren“, sagt Dr.Hozzel, „da sie sehr in Verbindung mit dem Geist der Pflanzen und Menschen stehen. Vasant Lad weist in seinem Buch darauf hin, dass wir den Pflanzen viel verdanken. Das wird nicht genug gesehen bzw. es wird ihm nicht genug Ausdruck verliehen – doch Pflanzen sind unsere „Vorfahren“ auf diesem Planeten, sie haben das Leben hier auf Erden vorbereitet, sie schenken uns Nahrung und Obdach, Schönheit und Medizin.

In dem Sinne ist es stimmig, vom „Yoga der Heilkräuter“ zu sprechen, was bedeutet, dass wir imstande sind zu Verbindung, denn „Yoga“ bedeutet „Vereinigung“. Wir können uns mit den Pflanzen verbinden, dem Königreich der Pflanzen, und dann mit uns selbst, indem wir immer tiefer gehen und einsehen, dass wir uns gar nicht so von den Pflanzen unterscheiden.

Die Pflanzen besitzen viele Fähigkeiten, die erst vor kurzem entdeckt wurden – sie verfügen über alle möglichen Verhaltensmuster, verbindende Muster, indem sie sogar einander helfen. Was das betrifft folgen sie denselben Grundsätzen an, die auf unserem Planeten existieren, Grundsätzen des Lebens, Grundsätzen der Unterstützung, Grundsätzen der Verteidigung, Grundsätzen des Gefühls, sogar Grund-sätzen von Einheit und Polarität.

Alles ist vorhanden – sowohl in den Pflanzen als auch in den Menschen.“

Dr.Hozzel hat die ätherischen Öle erforscht, sich in die Werke bekannter Experten vertieft und die Anwendung der Öle in sein tägliches Leben integriert.

„Wenn wir eine Pflanze betrachten, sehen wir die Intelligenz des Universums. Wie kann eine Pflanze so schön sein? So zauberhaft gestaltet in ihrem Ausdruck? Das Betrachten und die Verehrung der Pflanze gleicht mehr dem Vorgang, sich mit dem universellen Geist zu verbinden.

Und das bedeutet mit uns selbst. Das ist Yoga. Yoga bedeutet: Alles in Begriffen seines Selbst zu sehen. Aber nicht egoistisch, sondern verbindend. Ich bin ein Teil dessen. Ich bewundere es, ein Teil davon zu sein und kann mich davor verneigen. Je weiter wir uns entwickeln, umso mehr verbinden wir uns mit dem Kern unseres Wesens. Wir sind Verehrung.“

Trunken mit Licht

Aromatherapie wird zunehmend bekannter, nicht nur im Bereich der persönlichen Wellness, sondern auch weltweit in wissenschaftlichen Kreisen.

„Wir sind Wesen des Lichts und wir müssen uns mit Licht heilen, und ätherische Öle sind in höchstem Maße biophotonisch“, betont Dr.Hozzel.

„Pflanzen sind sozusagen die ganze Zeit trunken von kosmischen Einstrahlungen. Sie baden in kosmischer Strahlung – nicht nur in Sonnenlicht, Mondlicht, Sternenlicht und allen unsichtbaren Frequenzen des kosmischen Lichts – in noch größeren Spektren des Lichts. Wir können unsere Seelen mit Hilfe unserer Verbündeten, der Pflanzen, öffnen, um noch verbundener zu werden. Wir können ätherische Öle als flüssige Nährstoffe voll mit jenem Licht nutzen.“

Obwohl Aromatherapie ein uraltes Verfahren ist, ist sie auch modern und sehr relevant in der heutigen Gesellschaft. Rudolf Steiner sagte: „Der Mensch ist eine auf den Kopf gestellte Pflanze.“

„Es ist so schön“, kommentiert Malte, „in unserem innersten Wesen wurzeln wir im Himmel, wie der Rig Veda sagt: ‚Die Wurzel dieses Baumes wächst im Himmel.‘ Das ist sehr wahr.

Die Menschen sind nicht durch ihre Füße auf die Erde zentriert, sondern sie gründen sich auf die Energien, die wir aus unserem Herzen und unserem Kopf zusammen ausstrahlen. Das nennt der Rigveda den ‚Himmel‘: die Welt des Lichts und der wunderbaren universellen Intelligenz, mit der wir uns auf so vielerlei Weise in Verbindung setzen können.

Und ätherische Öle sind neben Yoga und Meditation einer dieser Wege – um zu fühlen, dass wir wirklich verbunden sind. Und dieses Licht benötigen wir für unsere Gesundheit auf jeden Fall.

Ohne ein hohes Maß an Licht, biophotonischem Licht, wie Professor F.A.Popp aus Deutschland sagte, haben wir ein hohes Risiko, krank zu werden. Viele der chronischen Krankheiten heutzutage sind durch eine Störung der kohärenten Lichtemission auf zellularer Ebene bedingt, durch einen Verlust biophotonischer Energie, die aufgrund falscher Ernährung, falscher Medikamente, falschen Verhaltens, falschen Denkens und der Summe all dessen auftritt.

Licht ist nicht abstrakt. Es hat tatsächlich eine physische Existenz. Es nährt unseren Körper und unsere Zellen. Wir haben in den letzten Jahrzehnten entdeckt, wie sehr unser Zellsystem von Licht und der Ausstrahlung ‚hochempfindlichen kohärenten Lichts‘ abhängt, wie Prof.Popp erklärt.

Pflanzen speichern jenes Licht in ihrem Zellsystem. Wenn wir ätherische Öle anwenden, dann gebrauchen wir sie vielleicht aufgrund eines bestimmten Symptoms, für etwas, das wir durchmachen und heilen wollen, doch wir heilen auf einer viel tieferen Ebene.

Wenn wir ätherische Öle benutzen, nehmen wir Moleküle intensiver Energie, Frequenz und intensiven Lichts auf. Und diese wirken sehr schnell.“

Lehren der Natur

Ätherische Öle sind mit „kumulierter Lebensenergie“ verknüpft. Heute erleben wir eine neue Ära der Naturheilkunde als Antwort auf das Versagen des modernen allopathischen Ansatzes und des modernen Lebensstils.

„Viele dieser alten Grundsätze des Heilens basieren auf schamanischer Weisheit. In dem Sinne kehren wir zu unseren schamanischen Wurzeln zurück. Viele dieser Pflanzen besitzen ungeheure Macht über unser Bewusstsein oder sind wichtig für die Spiritualität. Letztlich ist es die Heilung unserer Seele, Heilung, die Heilung dessen, was fehlt, und die Erinnerung daran, wohin wir gehen sollten, wohin wir gehen möchten.“

Ätherische Öle sind der Ausdruck der höchsten Intelligenz der Natur, und die aromatischen Pflanzen können uns dabei helfen, mehr in die Kraft zu kommen, wieder gesund zu werden und unser Leben angenehmer zu gestalten.

„Wir können unser Denken und unser zentrales Nervensystem auf jeden Fall mit ätherischen Ölen erleuchten und noch kreativer werden. Dessen bin ich mir 100% sicher, ich habe es an mir selbst gemerkt.“

Was ist die wichtigste Lehre, die Ihnen die Pflanzen erteilt haben, fragte ich Dr.Hozzel, als der Abend allmählich in die Dunkelheit der Nacht überging und sich unser Gespräch über das kosmische Leben der Pflanzen langsam dem Ende näherte.

„Für mich ist es ein Gefühl, dass wir mehr mit der Natur verbunden sind, dem Königreich der Pflanzen, mit der Schönheit, den wunderbaren Energien, die sich dahinter verbergen, und die Entdeckung, dass sie selbst eine Form von Yoga sind. Sie unterstützen uns dabei, so viele Dinge zu überwinden. Das Gefühl, dass die Natur ein lebendiges Feld von Existenz, Schwingung, Licht, Emotionen, Schönheit, Dankbarkeit, Liebe ist.

Für mich ist es so, und das nicht religiös gemeint: Wenn man in eine kleine Blume auf dem Feld blickt, um sie zu fotografieren, gibt es da einen atemlosen Moment und man sagt einfach nur: „Danke.“

Das ist wie ein Gebet, aber ein Beten im Sinne von Bewunderung. Wie ist es möglich, dass so etwas existiert? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas aus dem Nichts heraus existiert, aus zufälligem Nichts?

Ich glaube, das ist nicht möglich. Und wir als Menschen möchten wissen, was dahinter ist. Manche Menschen sprechen von Gott, von diesem oder jenem. Dieses Forschen hat unsere westliche Wissenschaft hervorgebracht – um zu verstehen, was hinter den Dingen liegt.

Und die östliche Wissenschaft fragt: Was liegt hinter mir? Wenn man die Pflanze berührt oder riecht oder betrachtet, sieht man – meine Güte, da steckt wirklich einiges dahinter.“

Leave a Reply